Auskunft beim Zugewinnausgleich muss richtig erfolgen

Auskunft beim Zugewinnausgleich muss richtig erfolgen

Dass unterlassene Auskünfte beim Zugewinnausgleich auch nach hinten losgehen können, zeigt ein aktueller Fall, in dem nun das Oberlandesgericht Hamm entscheiden musste. Die Ehegatten waren beide davon ausgegangen, dass das gemeinsam gebaute Haus beiden jeweils zur Hälfte gehört. Während des Verfahrens stellte der Ehemann jedoch fest, dass er als alleiniger Eigentümer im Grundbuch eingetragen war, verschwieg diese Erkenntnis jedoch. Als seine Ehefrau davon erfuhr, ließ sie den inzwischen ergangenen Vergleich anfechten.

Entgegen der Entscheidung der ersten Instanz gab ihr das Oberlandesgericht Hamm Recht. Der Ehemann hatte seine Auskunftspflicht im Zugewinnausgleich missachtet und seine damalige Ehefrau arglistig getäuscht. Da beide Beteiligten vorher davon ausgingen, dass das Eigentum hälftig geteilt ist, war die Ehefrau nicht verpflichtet, den Sachverhalt vor dem Vergleichsabschluss zu prüfen. Dem Ehemann dagegen war bekannt, dass die Gegenseite einen wesentlich höheren Zugewinnausgleich gefordert hätte, wenn er richtig und vollständig Auskunft erteilt hätte.

Mario Hommel (Fachanwalt für Familienrecht – Mühlhausen)

Freitag, 19. August 2016|Familienrecht|